Achterbahnfahrt an den Märkten hält an

April, April, macht, was er will! Was wettertechnisch zutrifft, passt auch zu den Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump in der aktuellen Lage. Heute hü, morgen hott und aktuell zeichnet sich eine Rolle rückwärts ab, eine Strategie im Irankrieg war von Anfang an nicht erkennbar.
Ratlos lässt er Verbündete, die US-Bevölkerung und den Rest der Welt auf der Zuschauerbank sitzen. Dieser politische Zick-zack-Kurs spiegelt sich seit Wochen in einer Achterbahnfahrt an den Märkten wider. Der befürchtete Crash blieb zwar aus, aber die Performance der vergangenen Wochen lässt zu wünschen übrig. Aktien, Anleihen, Bitcoins und selbst die Edelmetalle haben Federn lassen müssen, ein Phänomen, das es in dieser Form bisher auch noch nicht gab. Zum Quartalsende liegen die führenden Aktienindizes einstellig im Minus, lediglich der Nikkei kann ein leichtes Plus verzeichnen. Und warum schichten die Investoren nicht wenigstens einen Teil ihrer Assets in sichere Anlagen um? Ganz einfach, weil es den sogenannten „Safe haven“ nicht mehr gibt! Angesichts einer ausufernden Staatsverschuldung in den USA, in den meisten Ländern der EU und in Japan sowieso, haben Staatsanleihen diesen Nimbus längst verloren und werden teilweise sogar schlechter bewertet als Anleihen erstklassiger Unternehmen des jeweiligen Landes. Lediglich die Öl- und Gaspreise haben deutlich zugelegt, worüber sich allenfalls die Aktionäre von Produzenten in diesem Bereich freuen können, der Rest der Wirtschaft und vor allem die Verbraucher zahlen bereits die Zeche. Die Inflation ist in Deutschland im März bereits bei 2,7 Prozent angekommen, ein sprunghafter Anstieg von 1,9 Prozent im Februar.
Pünktlich zum 1. April hat die Bundesregierung ihr Gesetz zur Regulierung der Spritpreise lanciert. Danach dürfen diese lediglich täglich um 12 Uhr erhöht werden, Preissenkungen sind dagegen unbegrenzt möglich.
Dieses aus Österreich übernommene Modell ist jedoch umstritten und hat sich auch im Nachbarland nicht wirklich bewährt. Die BÖAG Börsen AG hat eine ähnliche „Spritpreisbremse für das Depot“ entwickelt.
Nach Trumps‘ Ankündigung eines Rückzugs der USA aus dem Irankrieg erholten sich die US-Aktienmärkte bereits gestern und heute zeigt sich auch der DAX deutlich erholt oberhalb der Marke von 23.000.
Das ist noch keine Entwarnung, die Kuh ist damit noch nicht vom Eis. Für heute wünsche ich erst einmal frohe Ostertage und nicht vergessen an diesen Tagen: Regenschirm mitnehmen und Liquidität sichern!

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

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Martin Braun, Börse Hannover