Der DAX kommt voran

Auf der Suche nach dem Auslöser für den Kurssprung beim DAX letzte Woche könnte man beim 34-Punkte-Paket des Koalitionsausschusses fündig werden, das den Titel „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ trägt. Die Öffentlichkeitarbeit der Bundesregierung gab sich volksnah und lief letzten Donnerstag unter der flapsigen Überschrift „Wir wollen Deutschland wieder flottkriegen„. Prompt legte der DAX legte mit einem Anstieg um mehr als 600 Punkten optimistisch vor. Die Inhalte versprechen lang ersehnten Reformcharakter und werden in den Punkten Arbeitsmarkt und Altersvorsorge auch die Börse beeinflussen.

Nicht nur die 2,5-Prozent-Reaktion beim DAX war bemerkenswert, sondern auch das einhergehende neue Rekordhoch, was nun knapp sechs Monate auf sich warten ließ. Und ohne Einfluss der US-Börsen, die vor dem 250. Unabhängigkeitstag geschlossen blieben, schraubte sich der deutsche Leitindex gleich weiter in die Höhe und notierte Montagvormittag in der Spitze kurz bei 25.900 Punkten – knapp vor der nächsten Tausendermarke. Treiber waren unter anderem ein erneuter Kurssprung um 9 Prozent bei Bayer, die endlich das belastende US-Glyphosat-Business auslagern wollen, als auch die 17-Prozent-Erholung bei Rheinmetall zur Vorwoche, was im Zusammenspiel mit guten Nachrichten für weitere deutsche Rüstungsaktien daher kam.

Doch ein stetiger Anstieg der Börsen findet eben nur langfristig statt. Kurzfristig gibt es reichlich negative Nachrichten, die sich auch in den Kursen widerspiegeln. Rückschläge im Chips- und KI-Hype schlagen auch bei deutschen Profiteuren wie Siemens Energy, Infineon oder Hochtief durch. Für die Sommermonate kann also keine Entwarnung gegeben werden, auch weil geopolitisch der Irankonflikt ein Pulverfass bleibt. Doch langfristig bleibt der Kapitalmarkt alternativlos. Und das hat nun wohl auch die Politik für ihre Zukunftsplanungen erkannt. Ein echter Fortschritt.

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Newsletter vom 8. Juli 2026

Thomas Strelow, Börse Düsseldorf